Durch das Zusammenspiel der verschiedenen Kräfte verändert sich die Organisation der Erdatmosphäre laufend, was sich kurzfristig im Tageswetter und auf lange Sicht im Klima widerspiegelt. Das Prinzip der Selbstorganisation sorgt dafür, dass sich die Wirkung der Kräfte immer wieder ausgleicht, sodass das System zwar dynamisch ist, sich in der Regel aber doch innerhalb gewisser Grenzen bewegt.
Diese natürlichen Gesetzmässigkeiten finden wir auch in unserem Körper wieder. Auch er kann als dynamisches System aus verschiedenen Kräften verstanden werden, die im Zusammenspiel die Funktionen unseres Organismus aufrecht erhalten. Je feiner die verschiedenen Anteile aufeinander ausgerichtet sind, bzw. je besser deren Zusammenarbeit funktioniert, desto gesünder und leistungsfähiger fühlen wir uns in unserem Geist & Körper. Werden im Zusammenspiel der Kräfte aber gewisse Grenzen überschritten, kann es zu Stressreaktionen kommen, die das Gleichgewicht stören. Dann schaukeln sich die gegenläufigen Kräfte in einer selbstverstärkenden Dynamik aneinander hoch, sodass die Spannung im System ansteigt und sich Polarisierungen installieren, die einen Nährboden schaffen für die Entstehung von Beschwerden und Krankheiten. Die damit verbundenen Einschränkungen sorgen oft dafür, dass krankmachendes Verhalten erschwert oder verunmöglicht wird, sodass sich das natürliche Gleichgewicht selbstreguliert wieder einstellt. Dieser Prozess ist vergleichbar mit normalem Wettergeschehen, in dem sich die Kräfte früher oder später wieder ausgleichen. Was wir in der Atmosphäre als «Wetter» bezeichnen, ist beim Menschen die Tagesform, die Antwort auf die Frage, wie geht es mir heute. Das «menschliche Klima» wäre dann entsprechend Ausdruck der generellen Lebenszufriedenheit und vor allem des Gesundheitszustands über längere Perioden.
Überschreitet die Aufschaukelung der Kräfte ein gewisses Mass, kann die starke Polarisierung eine extreme Ausgleichsmassnahme erfordern. Beim Menschen können dies sehr einschneidende Ereignissen wie schwere Krankheiten oder andere Schicksalsschläge sein. Solche Erfahrungen können sehr schmerzhaft und auf eine Art zerstörerisch sein, aus ganzheitlicher Sicht können sie aber auch als Teil einer fundamentalen Ausgleichsmassnahme interpretiert werden, die möglicherweise einen wichtigen Wendepunkt im Leben markiert.
In der Atmosphäre kann sich in solchen Situationen eine gewöhnliche Störung zu einem Wirbelsturm entwickeln. Dazu braucht es eine Lage zwischen dem 5. und 20. Breitengrad, eine ausreichend warme Meerestemperatur sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Das warme Wasser und die hohe Feuchtigkeit bilden ein riesiges Energiereservoir, das in starkem Gegensatz steht zu kälteren Luftschichten in der höheren Atmosphäre, sodass eine temperaturbedingte Polarisierung vorherrscht. Die starke Verdunstung über der warmen Meeresoberfläche und die darauffolgende Wolkenbildung setzt Energie frei und lässt die Luft in höhere Schichten aufsteigen. Dies zieht weitere Luft an, sodass der Prozess beschleunigt und die Luft durch die Erdrotation (Corioliskraft) in Drehung versetzt wird. Ist die aufsteigende Luft genügend abgekühlt, fliesst sie gegen aussen weg, fällt hinunter und durchläuft den Zyklus von Neuem. Durch die spiralförmig aufsteigende Luft bildet sich im Zentrum des Sturms ein Unterdruck, sodass kalte Luft aus höheren Schichten angesogen wird. Diese wird beim Absinken immer wärmer und trockener, sodass sich das sogenannte Auge, eine wolkenfreie und windstille Zone bildet. Sobald u.a. die hohen Temperatur- und Feuchtigkeitsdifferenzen zwischen der Meeresoberfläche und den höher liegenden Zonen durch den Luftaustausch ausreichend reduziert wurden, fehlt es dem Sturm an Energienachschub, sodass er sich auflöst.
Dynamik der Atmosphärenkräfte im Querschnitt durch einen tropischen Wirbelsturm (Wikipedia)
Ein Wirbelsturm ist also eine gigantische Ausgleichsmaschine, die Wärme von der Erdoberfläche in höhere Luftschichten verlagert und stattdessen kalte Luft von oben nach unten transportiert, sodass sich das dynamische Gleichgewicht wieder einstellt. Was für die Atmosphäre eine ausgleichende Wirkung hat, kann bekanntlich für Mensch und Natur auch grosse Zerstörung anrichten. Damit ist ein solcher Sturm vergleichbar mit einem zerstörerischen Schicksalsschlag beim Menschen, der aber auch als Teil eines Ausgleichsprozesses verstanden werden kann. Unser Slogan soll auf die Verbindung dieser polaren Aspekte hinweisen, wobei sich «Je stärker der Sturm ...» auf das «Zerstörungs-» und «... desto stiller sein Auge» auf das innewohnende Ausgleichspotenzial bezieht.
Aus unserer ganzheitlichen Sicht folgen Selbstorganisationsprozesse in der Natur und beim Menschen der gleichen dynamischen Logik, sodass sich natürliche Regulationsmechanismen und grundlegende Organisationsprinzipien des Menschen in Beziehung setzen lassen. Mit diesem Ansatz erschliessen wir uns einen innovativen und sehr effektiven Zugang, um unser dynamisches Gleichgewicht auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene anzuregen und Polarisierungen laufend abzubauen. Unser Vorgehen vermittelt eine Resonanz zwischen den polarisierten Anteilen, sodass sich die Pole neu aufeinander ausrichten. Dabei lernen sie, sich gegenseitig zu ergänzen und voneinander zu profitieren, so wie es in ihrer tieferen Natur angelegt ist. So nutzen wir die sich im Spannungsfeld aufstauende Energie – vergleichbar mit derjenigen, die in der Atmosphäre einen Sturm auslösen kann – für einen sanften, selbstregulierten Entwicklungsprozess und reduzieren damit die Notwendigkeit für den Organismus, Polarisierungen mittels eines inneren Sturms abzubauen.
In diesem Sinne wünsche ich dir fürs 2026 günstige persönliche Wetteraussichten, eine Sturm freie Zeit und immer wieder schöne Gelegenheiten für stille Augen-Blicke!
Karte und Text zum Jahreswechsel 2025/2026
28.12.2025